Geschichte Seckenheims

Seckenheim, auch Seggene genannt, wurde bereits 766 im Lorscher Codex erwähnt und ist eine fränkische Gründung aus der Merowingerzeit des 6. Jahrhunderts. Bereits 823 wird seine Kirche als “über den Neckar” befindlich erwähnt, was eine gewisse Größe des Dorfes vorraussetzt. Das Kloster Lorsch, das rund ein Viertel der Gemarkung besaß, hatte die Orts- und Kirchenherrschaft bis ins 13.Jh. inne. 1247 geriet der Lorscher Besitz und damit ganz Seckenheim in die Hände des Pfalzgrafen. Im 15. Jh war Seckenheim ein wohlhabendes Dorf. Seckenheim zählte zu der Zeit rund 450 Einwohner. 1623 fiel Seckenheim an Kurmainz. 1651 gelangte Seckenheim an die Kurpfalz zurück. 1682 wurde auf Seckenheimer Gemarkung Friedrichsfeld gegründet. 1718 wurde das alte Rathaus erbaut. Heute beherbergt das alte Rathaus nach seiner Grundsanierung eine Außenstelle der Stadtbibliothek.

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Rathaus Seckenheim an den Seckenheimer Planken

1768 wurde das Seckenheimer Schloss, der Schlosspark und  der Stengelhof von Freiherr von Stengel erbaut. Heute steht der Stengelhof auf der Gemarkung von Rheinau. 1786 zählte das Tabakdorf Seckenheim bereits über 1000 Einwohner. 1803 wurde Seckenheim badisch. 1876 wurde der Bahnhof gebaut und die Siedlung Hochstätt entstand. Noch heute zählen die Siedlungen Suebenheim und Hochstätt zu Seckenheim. Bereits 1891 fuhr durch die Seckenheimer Hauptstraße die dampfgetriebene Schmalspurbahn, die Mannheim mit Heidelberg verbunden hat. Seckenheim hatte schon früh eine gute Infrastruktur. 1910 gab es in Seckenheim mehr als 5000 Bürger. Ursprünglich zählte Rheinau zu Seckenheim, wurde allerdings 1913 abgespalten und zu Mannheim eingemeindet. Seckenheim bekam dafür das Kloppenheimer Feld.

1911 baute man den Seckenheimer Wasserturm. Der “Glatzkopp” wie der Wasserturm im Volksmund heißt, gilt noch heute noch als Wahrzeichen Seckenheims. 1978 erwarb die Familie Lochbühler den Seckenheimer Wasserturm und bewahrte ihn vor dem Abriß. Zum 100. Geburtstag wurde der Seckenheimer Wasserturm originalgetreu restauriert.

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Seckenheimer Wasserturm, kurz “Glatzkopp” genannt

Seit 2002 beherbergt der “Glatzkopp” das ein Aufzugsmuseum, hier wird neben der Firmengeschichte der Firma Lochbühler, die historische Aufzugstechnik präsentiert. Funktionierende Aufzüge und Aufzugsteile des 19. Jahrhunderts können die Besucher bewundern. Zu besonderen Anlässen ist das Aufzugsmuseum zugänglich.

1920 baute man den Neckarkanal. Das eigentliche Flußbett des Neckars hatte daraufhin teilweise so wenig Wasser, sodass der Fährbetrieb zwischen Ilvesheim und Seckenheim desöfteren eingestellt werden mußte und die Ilvesheimer Brücke gebaut wurde. Mit der Fertigstellung der Ilvesheimer Neckarbrücke wurde der Fährbetrieb eingestellt. Heute erwägt man den Bau einer neuen Neckarbrücke zwischen Ladenburg und Neckarhausen in Verbindung mit der L 597 damit wäre Umgehungsstraße um Seckenheim direkt verbunden mit der Nordumgehung Ladenburgs und die Orte Ilvesheim und Seckenheim vom Durchgangsverkehr stark entlastet.

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die Brücke von Ilvesheim nach Seckenheim, erbaut um 1926 aus dem Buch Ilvesheim im Wandel

 

1930 wurde Seckenheim nach Mannheim eingemeindet. 1931 entstand Suebenheim.

Das Seckenheimer Wappen entwickelte sich aus dem Gerichtssiegel, zeigt einen Baldachin der in drei große Spitzbögen ausläuft, auf dem Thron sitzt ein Abt, der in der linken Hand ein Krumstab und in der rechten Hand ein Evangelium hält

Wappen_Seckenheim

Secckenheimer Wappen

 

Bereits seit 1935 hat Seckenheim einen eigenen Autobahnanschluss an die A 656. Dort ist heute das Gewerbegebiet Friedrichsfeld angesiedelt. In der Hochstätt befindet sich der Bahnhof Mannheim-Seckenheim. Durch den Stadtkern führt jetzt die Linie 5 der ÖPNV der Verkehrsbetriebe Rhein-Neckar, vormals fuhr hier die OEG, die das Zentrum der Städte Mannheim und Heidelberg miteinander verbunden haben.

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OEG um 1961 an der Haltestelle Rathaus an den Seckenheimer Planken

 

Heute steigen an der Haltestelle altes Rathaus Seckenheim rund 12000 Personen um. Die Seckenheimer Planken wurden somit zum “Drehkreuz” aus allen Himmelsrichtungen. Hierher kommen die Busse aus Schriesheim und Ladenburg, aus Friedrichsfeld und Neckarhausen sowie aus Rheinau, Hochstätt und Suebenheim und Ilvesheim und Feudenheim. Der Stadtkern Seckenheims ist historisch gewachsen, viele Einzelhändler betreiben noch heute dort Ihr Gewerbe. Als ortsansäßiger Gewerbeverein ist der bds-Seckenheim die Vertretung des Einzelhandels. Die RNV sorgt derzeit für ein barierefreies Einsteigen, die Seckenheimer Hauptstraße und Seckenheimer Planken werden derzeit grundlegend erneuert. Gerade jetzt in der Umbauzeit kommt auf den bds-Seckenheim gesonderte Aufgaben zu. Den Ort Seckenheim im Stadtkreis Mannheim publik zu machen, ist derzeit ein Schwerpunkt in der Arbeit der bds Ortsverbandes Seckenheim. Vor Jahren wurde Seckenheim auf eigenem Wunsch pressetechnisch der Bergstraße zugeordnet. Als ein großer Vorort Mannheims sollte hier pressetechnisch die Zuordnung zu Stadt gewährleistet sein. Heute zählt  Seckenheim rund 18000 Einwohner. Mit vielen ehrenamtlichen Bürgern werden die ortsansässigen Vereine aufrecht erhalten, so z.B. die TSG Seckenheim, die HSG Seckenheim, 98/07 Seckenheim, die Schützengesellschaft, der Hundesportverein, der Kleintierzüchterverein, der TC Kurpfalz Seckenheim, der Sängerbund 1865 e.V., Kleingartenverein, die Gartenfreunde-Seckenheim, FC Hochstätt Türkspor, die IG Seckenheim. Zudem gibt es in Seckenheim diverse Fördervereine wie den Dossenwaldförderverein, Förderverein des alten Rathauses, Förderverein der TSG Seckenheim, Menschen in Not ohne Grenzen e.V.

Neben dem Seckenheimer Aufzugsmuseum gibt es in der Kloppenheimer Straße ein Heimatmuseum oder bei Lottermann und Söhne im Hof ein Handarbeitsmuseum, selbst der Elektromeister Erwin Schmich sammelte während seines Berufslebens “Schätze und Raritäten” aus dem Elektrohandwerk. Heute erfüllte sich Erwin Schmich ein Kindheitstraum und betreibt mit diesen Exponaten ein kleines Technoseum, in dem er die Geschichte der Elektroinstallation bis in die Anfänge zu Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentiert.

2016 feiert Seckenheim 1250jähriges Bestehen

 

 

 

 

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