3 Jun

Seckenheimer Bezirksbeirat berät über die Jagd auf Kaninchen

Obwohl es in Seckenheim und Hochstätt viel wichtigere Themen zu besprechen gibt, diskutiert der Seckenheimer Bezirksbeirat in seiner öffentlichen Sitzung über die “Jagd auf Kaninchen”. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass die Bürger an solchen öffentlichen Sitzungen kein Interesse mehr haben, so Elvira Treutler vom Leitungsteam des BdS-Seckenheim. Themen, wie z.B. der Ausbau der Seckenheimer Planken, die Planungen hinsichtlich des Kioskes, Begrünung des Ortskerns, ein Parkraumkonzept und ein Marketingkonzept für Seckenheim standen nicht auf der Tagesordnung.

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Seckenheimer Planken mit Seckenheimer Rathaus

 

Seckenheim war in den letzten beiden Jahren durch die Erneuerung der Autobahnbrücke in die Hochstätt, die Erneuerung der L637 und dem Anschließenden Bau eines Radweges …. zuweilen nach außen hin komplett abgeschnitten. Die Baumaßnahmen im Ort und deren Umleitungen führen dazu, dass Seckenheim von den umliegenden Ortschaften weitgehend gemieden werden. Wer nicht nach Seckenheim muß, meidet Seckenheim, so Elvira Treutler, die neben Ihrem Ehrenamt als Leitungsteam im BdS auch noch einen Einzelhandel im atelierhof betreibt. Mit UNICO – das Haus der Marken und Manufakturen führe ich hochwertige Skulpturen, Handtaschen und Accessoires, meine Kundschaft kommt wie bei vielen Seckenheimer Gewerbetreibenden aus der Stadt oder aus den umliegenden Gemeinden. “Seit den Baumaßnahmen haben wir mit exitenzbedrohenden Umsatzrückgängen zu tun”. Ein Gewerbetreibender hat inzwischen Insolvenz angemeldet, andere haben zeitweilig wegen den Baumaßnahmen geschlossen, weil deren Erreichbarkeit nur eingeschränkt möglich war und da diskutieren wir über die “Jagd auf Kaninchen”, “das ist schon irgendwie enttäuschend” merkt Elvira Treutler an.

In der Einwohnerfragerunde wurde die Gestaltung der Planken kritisiert, vor allem Kiosk und Bushaltestelle: “Glauben Sie, dass ein solcher Platz mit einem stinkenden Busbahnhof zum Verweilen attraktiv ist?” “Warum kann der Kiosk nicht im Alten Rathaus von Seckenheim seinen Platz finden?” Hermann Krauss bemängelt, dass es im Ortskern zu wenig Bäume gebe und ausgerechnet die beiden häßlichen Bäume an den Planken hatte man erhalten. Das habe das Derzernat V verlangt, so Frau Steinmaßl. Es wurde auch der Wunsch geäußert, die Seckenheimer Hauptstraße zu begrünen. Die Bepflanzung von Bäumen längs der Seckenheimer Hauptstraße sei schwierig, da eine Bepflanzung erst ab 2,50 Meter Entfernung von Leitungen erfolgen dürfe und sich längs der Häuser auf der Hauptstraße überall Leitungen befänden, so Frau Steinmaßl weiter. Mit etwas gutem Willen wäre eine Begrünung der Hauptstraße sicherlich möglich.

“Wann bekommen wir endlich Infomationen, wie der neue Kiosk nun aussehen soll? Wird er nun ein- oder zweistöckig?” fragte Elvira Treutler. Inzwischen kursieren die unterschiedlichsten Gerüchte. Vielleicht könnte man ja tatsächlich den Kiosk doch im alten Rathaus unterbringen, so abwegig erscheint dieses Lösung nicht. Frau Steinmaßl wand ein, dass Sie als Fachbereich Tiefbau dazu keine Aussage treffen kann, weil dies im Aufgabenbereich der RNV liegen würde, sie lediglich für das Verlegen der Leitungen zuständig sei. Selbst von dort sei keine verläßliche Information zu bekommen, beklagt Elvira Treutler.

Auf fehlende Parkplätze wollte Elvira Treutler nochmals hinweisen, diese seien für die örtlichen Gewerbetreibenden imens wichtig. Seit Jahren diskutiert man über ein Parkraumkonzept, hier wurden sowohl die öffentlichen als auch die privaten Parkplätze aufgezeichnet. Die privaten Parkplätze sind für die Kunden nicht nutzbar und damit stehen für die Besucher Seckenheims keine ausreichenden Parkmöglichkeiten zur Verfügung, deshalb warb sie für den Bau eines Palettenparkhauses in der Kloppenheimer Straße gegenüber der alten Post. Dafür gelte es private Investoren zu suchen, wenn die Stadt hier oder anderswo ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen würde.

Nach Beendigung der Baumaßnahmen müsse ein ortsübergreifendes Marketingkonzept erarbeitet werden. Dies sei dringend notwendig, um die Bevölkerung auf die Neugestaltung des Seckenheimer Ortskerns hinzuweisen und die Beendigung der Baumaßnahmen kund zu tun, derzeit wird Seckenheim wegen der Baumaßnahmen gemieden und dies wird sich aller Wahrscheinlichkeit auch nach dem Baumaßnahmen nicht wesentlich ändern. “Wir müssen Seckenheim wieder mit Leben erfüllen, dies ist für die Gewerbetreibenden von existentieller Bedeutung”, betont Elvira Treutler und schlug deshalb neben seckenheimspezifischen Einzelmaßnahmen, eine ortsübergreifende Straßenbahnwerbung vor, denn auch andere Stadtteile waren von extremen Baumaßnahmen betroffen. Man könne hier alle Stadtteile mit einbeziehen, wo gebaut wurde. Mit “Mauli-Maulwurf” ließe sich sympatisch werben, gerne stelle ich den “Mauli” für eine übergreifende Werbung zur Verfügung und dies würde letztlich auch dem Zentrenkonzept der Stadt gerecht. Nicht zuletzt würde sowohl die RNV als auch die Stadt von einer solchen Symphatiewerbung profitieren.

Das wichtige Thema Kinderbetreuung auf der Hochstätt war zwar auf der Tagesordnung, konnte aber auch nicht angemessen diskutiert werden, da dafür kein Experte der Stadt anwesend war – auch ein Affront gegenüber Bezirksbeiräten und Bürgern.

 

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